Montag, 5. Februar 2018

Kammerjäger in Schattenglas

Die Schmerzen pulsieren durch meinen gesamten Körper, Schmerz ist das letzte Gefühl welches bleibt während jegliche Möglichkeit zur willentlichen Bewegung verloren gegangen ist. Lediglich krampfartige Zuckungen und sich trübendes Augenlicht. Der Nebel über mir zieht in Schwaden vorbei. Wie beseelt bewegt er sich, bildet Figuren und ich glaube etwas zu erkennen, etwas schält sich aus dem Nebel, eine Karawane am Rande einer Schlucht...
Am vordersten Wagen sehe ich mich selbst, Hantsch, sitzend, mit zwei Pilgern, einer hat sich Myrmidia verschrieben, der Andere Ulric. Nicht weiter am Gespräch interessiert wende ich den Blick zum Ende der Karawane, wo ich Syfried am Wagen eines Estalischen Dungsammlers vorfinde. Der Nebel wallt auf und es die Sonne ist nun kurz vor dem Untergehen. Syfried befindet sich nun in der Mitte der Karawane auf einer Kutsche neben einem wohlgerüsteten Kutscher. Der vorderste Wagen passiert gerade die oberste Station des Lastenliftes in die Schlucht hinab nach Unterschattenglas, als er beginnt zu beschleunigen. Dies kommt keineswegs zu früh, aus dem Waldesrand wird die Karawane angegriffen, Soldaten mit Schlingen in den Wald gezerrt. Ich sehe Syfried willkürlich in den dunklen Wald deuten, woraufhin der Kutscher seine Büchse ergreift und feuert. Die wohl von den Göttern gelenkten Schüsse scheinen zu treffen. Der Angriff währt nur kurz, die Karawane ist zu schnell und erreicht die Stadt, jedoch ist ein Soldat in der Dunkelheit des Waldes verschollen.

"Widerstand gegen Gift" stellt sich im Laufe der Quest als wahrer Segen heraus,
Die Nebelschwaden wallen erneut auf und ich sehe mich und Syfried in einem Wachturm am Rande der Schlucht. Wir haben die kranken und verletzten Soldaten der Falkenburg zur Stadtwache Oberschattenglases gebracht. Der Kommandant, Hauptmann Euler erklärt, er könne den Soldaten nur bedingt helfen - die Diener Shallyas der ihr geweihten Herberge weigern sich den Soldaten zu helfen und den Arzt von Unterschattenglas müssten wir überzeugen zu den Soldaten zu kommen.
Wieder verschwimmt der Nebel und ein Kurzes Bild flackert auf, Syfried, der mich auf dem Weg nach Unterschattenglas heimtückisch zu Fall bringt. Nach einem Bruchteil einer Sekunde ist dieses Trugbild auch schon wieder nicht mehr zu sehen... welch seltsame Bilder - bis jetzt hatte sich doch alles so zugetragen wie die Nebel es gezeigt hatten, aber gut ...

Ein Spalt tut sich auf, ich sehe Licht, dort stehen zwei Gestalten. Sie unterhalten sich und bei der Erinnerung läuft mir wieder ein kalter Schauer den Rücken hinab. Als ich den Arzt von Schattenglas und den Beauftragten der Hanse - Phillip Dolminger - zum ersten mal belauschte ... äh, sah, berieten sie sich wegen der Leiche mehrerer Kinder, die Körper angeknabbert und mit Nestern im Leib. Die Leichen von Kindern die zuvor aus Schattenglas verschwunden sind. Und es sind mehr Kinder verschwunden als Leichen gefunden wurden.
Ich sehe uns im Vorzimmer des Arztes, hastig die Köpfe von unseren Lauschpositionen wegziehend, als Dolminger heraustritt und ohne sich vorzustellen das Gebäude verlässt. Und als nächste treten wir in das Behandlungszimmer des Arztes.

Die Leichen, sie sind verhüllt, oder will ich mich nur nicht an den Anblick erinnern? Der Arzt heißt uns am Nächsten Tag mit Dolminger zu sprechen, verarztet unsere Wunden in der Hoffnung, dass wir Dolminger helfen, das Verschwinden von Kindern aus Schattenglas zu stoppen.

Eine neue Welle des Schmerzes rast durch meinen Körper, der Nebel wallt auf und ich wünsche mir sehnlichst ohnmächtig zu werden. Oder verfolgt mich der Schmerz noch immer auch wenn ich nicht mehr bei Bewusstsein sein sollte, oder gar das Reich der Lebenden verlassen habe?

Der Schmerz bleibt, und der Nebel zeigt quälend langsam Bilder von Syfried und mir, als wir am nächsten Tag im Wartezimmer des Arztes sind. Wir tratschen mit alten Damen die auf einen Termin beim Arzt warten, während die Zeit verrinnt. Ich verhandle mit den Damen um vor ihnen zum Arzt zu kommen, während die Zeit verrinnt. Ich hole für eine der Damen einen Sessel im Handwerkerviertel ab, während die Zeit verrinnt... und schließlich tritt Phillip Dolminger in das Wartezimmer, klopft an der Tür zur Praxis. Der Arzt schickt die Damen nach Hause, Phillip heuert uns an, ihm bei den Untersuchungen zum Verschwinden der Kinder zur Hand zu gehen und die Bilder im Nebel bewegen sich wieder schneller... wallen auf und zeigen eine neue Szene.

Wir untersuchen den Dachboden der Familie Guetta, die Tochter von David und Marianne ist gestern Nacht verschwunden. Und am Dachboden befand sich das Zimmer des Mädchens... Der Nebel zeigt ein altes Bild einer Hanwerkersiedlung auf halber Höhe in der Schlucht des Reik in der Unterschattenglas liegt, dann Spuren am Bettlaken, die zu einem Fenster auf einer höheren Ebene des Dachbodens führen. Dann sehe ich das Fenster - schon durch einen Windstoß zu öffnen, Kratzspuren rund um den Fensterrahmen.

Der Nebel wallt, ich höre die Stimme Dolmingers in meinem Kopf. Er spricht von Gerüchten über ein Pelziges etwas, das des Nächtens in Unterschattenglas gesichtet worden sein soll, außerdem sei auch ein bettelnder Halbling aus dem Dorf verschwunden. Nun zeigt der Nebel erneut Bilder, doch übereinanderliegend zwei Szenen.
Syfried steht in der Kneipe in welcher wir übernachteten. Er wettet mit einem Trunkenbold. Die Wirtstochter balanciert auf einem Sessel. Lange genug - Syfried gewinnt die Wette und der Trunkenbold beginnt zu erzählen obwohl man ihm nahegelegt haben soll, dies nicht zu tun: Er sah ein Pelziges etwas von Dach zu Dach springen, einen sich bewegenden Sack nachziehend, als er von seiner letztn Sauftour mit dem Halblingbettler zurückkehrte.
Dies Bild überlagernd sind Dolminger und ich zu sehen. Wir untersuchen den Unterschlupf des Halblings. Ein innen mit weißen Flecken übersähtes Fass.

Erneut erscheint ein anders Bild. Ein Lotse im Lotsenhaus. Sein Name ist Jan van Eyck. Er wirkt Niedergeschlagen. Wir reden auf ihn ein. Widerwillig bringt er uns zu seinem Haus. Dort erst beginnt er zu erzählen. Auch sein Sohn ist verschwunden und er hatte begonnen nachzuforschen, doch ein Mann mit einem Amulett - eine Faust die einen Totenkopf zertrümmert - legte ihm nahe die Sache ruhen zu lassen, nichts weiter zu erzählen.
Das nächste Bild... der Balkon des Zimmers des Jungen, Wäscheleinen, leicht erklimmbare Außenwände, Spuren von Zigaretten und die Tür geschlossen doch nicht verriegelt.

Wieder der Nebel ... eine Stimme dringt an mein Ohr .... der Händler am Kai bim Lastenaufzug - er hat Geräusche vom Aufzug gehört, doch nicht dass sich der Aufzug selbst bewegt hätte ... die Nächte in denen er die Geräusche gehört hat fallen mit dem Verschwinden der Kinder zusammen. Das Verschwinden selbst, es scheint ein Muster zu geben - in immer kürzeren Absänden wurden sie entführt! Und alles deutet darauf hin, dass die Entführer heute wieder zuschlagen...

Aus dem Nebel tauchen wieder Bilder auf - wir haben am Aufzug Bärenfallen aufgestellt, uns auf die lauer gelegt, doch meine Augen trüben sich und ich scheine eingeschlafen zu sein... Bilder eines Traumes tauchen im Nebel auf, ein kleiner Mensch, zu einem Bündel verschnürt - er bewegt sich nur noch ganz schwach - wird über den Boden geschleift, doch von was... ich kann es nicht erkennen, will es nicht erkennen ... aber die Richtung ist klar, zum Schattentor hier in Unterschattenglas! Ein Ruf, die Vision endet und ich sehe im Nebel wie ich aus meinem Versteck beim Lastenaufzug aufspringe und in scheinbarer geistiger Umnachtung einem riesigen Etwas hinterherjagen.

Das Bild im Nebel verschwimmt und wird erneut schärfer - wir haben es nicht fassen können und es entkam uns im Dorf ... nun warten wir am Lastenaufzug auf seine Rückkehr. Die schmerzen in meinem Körper wallen wieder auf, als der Nebel in meinem Kopf zeigt, als ich am Kai einen jungen Fischer - der auf seinem Boot arbeitet - versuche davon zu überzeugen uns bei der Jagd zu helfe. Verärgert davon, dass ich doch nicht das nötige Kleingeld besitze will er einen Fischkopf nach mir werfen, stolpert jedoch und zieht sich eine Fleischwunde am Hals zu. Nebelwabern - ein von mir angelegter frischer Verband ziert den Hals des Fischers, doch dann sehe ich es - tatsächlich, das Etwas nimmt den selben Weg zurück... ich laufe zurück zum Aufzug und diesmal erkennen wir es in seiner grauenhaften Erscheinung: Eine riesige haarige Spinne, Kiefer wie Dolche, pechschwarze kalte Augen. Sie zieht ein in ein Bündel verschnürtes weiteres Kind hinter sich her... vom Anblick des gotteslästerlichen Geschöpfes gelähmt lassen wir die Spinne erneut entwischen, doch mit dem Lastenaufzug nehmen wir die Verfolgung auf und Nebel hüllt uns ein...

Noch einmal glaube ich Bilder im Nebel zu sehen, doch nun wird die Vision undeutlicher, flackernd, als ob mein Geist sich gegen die Erinnerung sträubt. Ein Lager, abgeschabter Ruß, eine Ledertasche mit dem Wappen des Ordens der Schwestern des Sigmars, wie Phillip Dolminger erkennt.

Tunnel eines alten Bergwerkes, Spinnenweben, ich halte eine Fackel in meinen Händen. Der Tunnel teilt sich und wir nehmen die linke Abzweiegung. Ein Tunnel von trichterförmigen Spinnenwebenansammlungen übersäht. Nachdem das Verbrennen eines dieser Trichter - eine faustgroße Spinne versucht uns dabei anzufallen, doch wir können sie zurück ins Feuer schlagen - füllt sich der Tunnel mit beißendem Rauch und wir entscheiden uns umzukehren und den rechten Tunnel zu nehmen.
Bald schon ist der gesamte Tunnel von Spinnweben ausgekleidet und Syfried schneidet ein Stück davon heraus, doch es bleibt ein Teil davon auf seinem Schwert kleben und er zündet es an woraufhin das Schwert in feurigem Glanz erstrahlt.

Tiefer in dem immer weiter werdenden Tunnel: Ein Kind in Spinnenfäden eingewickelt an der Wand hängend aus dessen Brust ein Schwall Spinnen hervorschießt, jede einzelne so schrecklich wie die erste, wenn auch nur klein, so doch grauenerregend... weiter durch den Tunnel, eine Schwester Sigmars in voller Rüstung, kaum berührt an der Wand hängend...

Der Spinnenaltar und Syfrieds Silouette in der Dunkelheit
Dann öffnet sich der Tunnel in eine schwach erleuchtete Höhle, in deren Mitte ein Altar... brennen soll er, BRENNEN, so wie die gesamte Spinnenbrut!
Die riesige Spinne zerrt das Bündel in den aus mit Spinnweben umwobenen acht Beinen (vier am Boden, vier in die Luft gestreckt) bestehenden Altar. Wir  jedoch, können uns ihm nicht nähern. Genau, eben jene Kopfschmerzen die mich nun wieder zu plagen scheinen haben uns davon abgehalten. Das Kind totglaubend binde ich nun die Fackel an meinen Wanderstock und stecke diese abscheuliche Stätte in Brand!!

Flammen, Kreischen und die Spinnen beginnen uns zu attackieren... Die riesige Spinne kriecht wieder aus dem Altar, springt mich an und reißt mir mit ihrem riesigen Kiefer eine Wunde in den Hals und pumpt Unmengen lähmendes Gift in die Wunde, von wo aus es beginnt sich in meinem Körper auszubreiten... die Vision trübt sich immer mehr ...ich versuche noch auf die Spinne einzuschlagen doch sie springt mich erneut an, klammert sich an mir fest. Ein unbeschreiblicher Schmerz flammt in meinem Rücken auf, als ob sich etwas durch mein Schulterblatt in meinen Brustkorb bohren würde, Fleisch und Knochen dabei zerfetzend. Doch während mich dies zu Boden stürzen lässt, verebbt der Schmerz sogleich wieder. Mit letzter Anstrengung kann ich die Spinne von mir stoßen und ihren weiteren Angriffen entgehen während die Lähmung fortzuschreiten beginnt. Dann erneut ein stechender Schmerz, der mir die Sinne zu rauben droht ... und während ich noch denke, mein gesamtes Blut würde aus meinem linken Fuß schießen, merke ich, dass sich in einem kurzen Augenblick der Schockstarre meine Blase erleichtert hat.

Aus dem in Flammen stehenden Schrein dringt schmerzerfülltes Stöhnen und Syfried springt hinzu, reißt ein darin hängendes Bündel an sich, Dolminger zerrt meinen gelähmten Körper mit sich und wir beginnen uns zurückzuziehen... Ein dumpfer Knall, der Altar bricht zusammen und Asche umhüllt uns und meine Sicht schwindet.... Während mich Dolminger aus dem Bergwerk schleppt entgleitet meinen nun schon gelähmten Fingern der Stab mit der Fackel...
Bis ich mich auf dem Lastenaufzug wiederfinde, von Schmerzen gepeinigt, unfähig einen Muskel zu bewegen ... und doch erleichtert. Und ich starre in den Nebel aus dem anmutig Schneeflocken auf uns herab fallen.

Donnerstag, 1. Februar 2018

Elvino de Fuero

Was mich hierher brachte - ein betrunkener Tavernenschwenk


Elvino wurde vor nicht einmal ganz 18 Umläufen inmitten Tileas als Sohn einer einfachen Bauernmagd und eines durchziehenden Söldners geboren. Seine Mutter Rimona arbeitete im Dienste eines mittelständischen Gutsbesitzers und half bei der Ernte, in der Küche oder erledigte andere anfallende Tätigkeiten im Haushalte. Wie es die Götters so wollten, kreuzten sich die Wege der jungen Magd und eines tileanischen Söldners auf der Durchreise eines Abends in der örtlichen Taverne. Es wurde viel Rotwein getrunken, gelacht und geliebäugelt und der armbrusttragende Söldner, von dem nur noch der Nachname "de Fuero" bekannt ist, versprach das sprichwörtlich Blaue vom Himmel. So begab es sich, dass er nicht nur seine Habseligkeiten mitnahm in seine Kammer, sondern auch Romina bezirzen konnte, mit ihm die Nacht zu verbringen. Acht Monate später, und weit und breit kein fürsorglicher Vater in Sicht, erblickte Elvino de Fuero das Licht der alten Welt. Sein Glück war, dass gerade keine Erntezeit war und kurzzeitig auf die Dienste der Magd verzichtet werden konnte.

Trotz der widrigen Umstände hatte Elvino wohl eine verhältnismäßig behütete Kindheit. Von Kindestagen an weg, half er auf dem Landgut bei kleineren Tätigkeiten mit. Auch wurde er vom Gutsbesitzer beiseite genommen und rudimentär in Reiten, Kampfeskünsten und dem Armbrustschießen geschult, dies war wohl dem Umstand geschuldet, dass diesem selbst keine Söhne von seiner Gattin geschenkt worden waren.

Unglücklicherweise verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage des Landgutes ernsthaft, als der Gutsbesitzer verstarb und auch eine Missernte ihren Teil dazu beitrug, dass plötzlich mehr hungrige Mäuler an den Tischen saßen, als gestopft werden konnten. Den oft ausgeschmückten Geschichten seiner Mutter glaubend, welche Elvino von seinem als tapferen Söldner kämpfenden Vater erzählte, der Feinde mit seiner Armbrust niederstreckte, beschloss der gerade einmal 13 Lenze zählende junge Bursch, der Profession seines unbekannten Erzeugers nachzueifern. Wohl auch geschuldet der misslichen Umstände in denen sich das Landgut befand, wenngleich seine Mutter ihn sicherlich noch gerne das eine oder andere Jahr unter ihren Fittichen gehabt hätte.

Also erläuterte er seinen Wunsch, welcher widerwillig akzeptiert wurde, und wenige Wochen später schloss Elvino sich einer durchziehenden Kompanie Söldner an. Als Initiationsritus wurde ihm bereits in den ersten Tagen das Abzeichen des Trupps auf die Wangenknochen tätowiert. Die ersten Monate waren nicht einfach, da es vieler anstrengender, schmerzhafter und schweißtreibender Übungseinheiten bedurfte um auf ein halbwegs kampfestaugliches Niveau gebracht zu werden. Auch hatte er ob seiner durchschnittlichen Größe und eher gedrungenen Statur sicherlich einen Reichweitennachteil im Nahkampf, welchen er aber versuchte mit seiner Leichtfüßigkeit wettzumachen. Vielleicht lag es an seiner Veranlagung, aber es stellte sich heraus, dass die Armbrust Elvino's bevorzugte Waffe wurde.

Wenige Jahres später hatte es Elvino ob des schnöden Mammons wegen weiter nördlich in das Imperium verschlagen, wo er sich in einem Regiment als Schütze verdingte, welche im Middenland stationiert war. Genauer gesagt, in und um den Schadensumpf. Aufgrund der vorherrschenden Vegetation, nannte man diese Anhäufung von regulären Soldaten und Söldnern nur Binsentruppe. Sie wurden angeheuert um der marodierenden Banditenbanden in den Sumpflanden Herr zu werden, was von eher zweifelhaftem Erfolg gekrönt war. Die Bezahlung war schlecht, und das Essen soweit nördlich mundete Elvino noch nie sonderlich, und so ergriff er die erste Gelegenheit sich abzusetzen indem er vortäuschte einen Morsmönch und einen Elfen in die nächste Stadt zu eskortieren, wo er sich dann von der Truppe entfernte und sich dem ungleichen Duo anschloss, wo nun seine ungewisse Zukunft beginnt...

In Angelegenheiten der Toten - Abenteuerlogbuch Einzelquest Oberon 4

Vierter Abenteuer Logbucheintrag Oberons aus dem Haus der Bal Drian
Jahr 2523 Imperialer Zeitrechnung, Erster Wellentag der Kaldezeit
Bizarr. 
Was bleibt mir mehr zu sagen außer dem.
Der imperialen Menschen Gewohnheiten, Umgangsformen miteinander, die Unwirtlichkeit ihres gewählten Siedlungsraumes, ihre Achtung oder vielmehr Ermangelung derselben der eigenen Ahnen, und genereller beinahe zelotische Fanatismus wenn es um die Verteidigung der einen und gleichzeitig das Ignorieren anderer ihrer religiösen Gepflogen, scheinbar je nach persönlicher und situationsbedingter Präferenz, ist mir nichts neues, oder Unerwartetes. 
Gleichsam allerorts angetroffene Unbeholfenheit im Umgang mit der eigenen Muttersprache, sorgt beinahe ebenso oft für Verwunderung, Faszination wie Amüsement - verzeiht mein Bretonisch - dass sich derartige Beobachtungen und das begeisterte Studium derselben Eigenheiten dereinst noch als zielführend erweisen sollten, hätte gewiss niemand aus meinem Ahnenhaus zu Marienburg vorhergesehen, als ich dieses seiner Zeit verließ auf der Suche nach Größe, Ruhm und Sinn…
Meinen Bericht vergangener Wochen sollte an dieser Stelle eigentlich mein direkt nach dem Aufbruch aus Middenheim, noch in Begleitung zuvor erwähnten vermuteten Halb-Ogers, dunkelhäutigen Apothekers und neuen, gleichwohl bis nun ebenso zu schätzen gelernten Weggefährten Virgil, Gesandter des Middenheimer Morrstempels, angesetztes Abenteuer in der ersten größeren Ansiedlung einleiten. 
Dort angefangene Ermittlungen und eine genauere Beschreibung vor Ort gemachter neuer Bekanntschaften beinhalen, etwa eine untersetzte Pferdezüchterin, ein gesprächiger Wildnis-Überlebenskünstler und hiesige unsympatische Studentenschaft, eine Bande von Schatzjägern und die genaueren Umstände der Mord-Ermittlung um einen Pranger-Steher und eine junge Frau. 
Auf wehementes Drängen meines neuen Freundes Vergil jedoch mussten wir weitere Nachforschungen und etwaige sich ergebende Abenteuer abbrechen und uns weiter zu seinem eigentlichen Auftragsziel aufmachen.
Dessen Erfüllung duldete scheinbar keinen Tag weiteren Aufschub und so machten wir uns in getrennten Reisegruppen weiter auf den Weg, Virgil und ich separiert von meinen restlichen Reisegefährten, die wir alsbald bleibt zu hoffen in späteren Wegstationen gen Süden wieder antreffen mögen.
Leider entfallen mir somit bereits zahlreiche Details dieser lediglich angerissenen Aufgabe, Orts- und Personennamen, es soll nichts desto trotz genügen zu sagen dass ich meinem Namen nicht wissentlich Schaden zugefügt habe, und immerhin in den Besitz einiger neuer Manuskripte und Fachliteratur gelangt bin, die ich gemeinsam mit später angesammelten Utensilien später im Anhang genauer auflisten werde, so war die Unternehmung nicht vollends um sonst.
Zu meiner tatsächlichen Beschäftigung und den Untersuchungen der letzten Tage nun also:
Wie eingangs erwähnt waren Virgil und ich alleine zu dieser zunehmend harscher werdenden Jahreszeit unterwegs zu einer ihm herangetragenen Angelegenheit der Toten, und somit seines Morrstempels, dessen Zuständigkeit sich allem Anschein nach bis in die unzugänglichsten Winkel des Middenlands, den Schadenssumpf erstreckt.
Nachdem wir unterwegs einen Landstreicher aufgabelten und in Folge einer Tavernenschlägerei auch einen unehrenhaft entlassenen tileanischen Söldner namens El Vino in unserer Gesellschaft fanden waren wir bereit, in Middenstag, dem zentralen Fort innerhalb des alles verschlingenden Flachland Sumpfes, unsere Aufgabe hier, vom Büttel entgegen zu nehmen:
Eine angeschwemmte antike konservierte Leiche eines Barbarenfürsten aus der Frühzeit des Imperiums wieder in sein im Sumpf vermutetes Grab zu bringen und seiner letzten Ruhe wieder zuzuführen. Hühnenhaft, bullig, tätowiert und von einem der Luft ausgesetzt nun langsam erodierenden Lindwurm geschmückten Helm gekrönt, war die Gestallt eine ansehnliche, die womöglich weiteres Zeugnis ablegt, unserer lang vermuteten Degenerartion des Menschengeschlechts über die Jahre des Friedens und der unkontrollierten Vermehrung, zumal aber die Möglichkeit besteht das dieses Individuum lediglich einen Einzelfall darstellt und seine Zeitgenossen zu Prä-Sigmar Zeiten mit heutigen Menschen vergleichbarere Proportionen vorwiesen kann selbstredend von keinen hinreichend gefestigten Folgerungen ausgegangen werden.
Obgleich es natürlich auch zutrifft, dass so manche der imposanten Steinstrukturen hundert Meter hoch aufgetürmter und verglichen mit dem kruden gängigen Fachwerk Stil des Imperiums filigranen Pflanzlichen Verstärkungs-Streben umspielter, wie gewachsen in die Landschaft gegossenen, die Millenia überdauernden Bauwerke unseres Volkes tatsächlich durch Magie verstärkt erst errichtet werden konnten, so ist doch der Großteil dieses menschlichen Vorurteils  dem Umstand verschuldet, dass ihnen scheinbar fremde Planung, Jahrzehntelanges architektonisches Studium, nicht zu reden von Stilbewusstsein, jedoch in diesem Fall relevant zu allererst ein genaues Geologisches ausforschen der Eignung eines Gebiets oder einer Stelle jedem elfischen Bauunternehmen vorausgeht.
Nicht so bewiesen von unseren kurzlebigen Mitbewohnern der Alten Welt, und deren ihrer Art entsprechenden Behausungen, insbesondere hier im Schadenssumpf.
Ganze Häuserfronten zieht es hier aufgrund unachtsamer Platzwahl und zunehmender Versumpfung des Gebiets in die Tiefe, hinterlässt lediglich Amphibien- und Egel-verseuchtes Nassland, bar jeder Möglichkeit des Ackerbaus, der Fruchtbaum-Kultivierung und der intensiveren Viehzucht.
So verwundert es nicht dass all jenen halb Verhungerten die sich noch an ihre geerbten Familienbesitze und Behausungen klammern und dieses Land nicht verlassen wollen, für ihr Auskommen nur Dreck und Erdreich abzubauen und in den Süden für die Götter wissen welche übel riechenden Heilverfahren zu exportieren, den "Teichbinsen" oder wie sich die hiesige Weg Patrouille selbst bezeichnet beizutreten. 
Oder eben, wie die sich bald herausstellenden Grabschänder und Übeltäter, Banditen zu werden und sich in diesem zentral gelegenen und doch gleichzeitigen Hinterland des Imperiums gemeinsam mit anderen Gesetzesflüchtigen zu verkriechen.
Unser kurzweiliger Landstreicher Gefährte stellte sich, mit diesem Vorwissen also nicht aus gänzlich aus der Welt gegriffen, als Spion eben jener heraus, im Dienste nicht einmal einer Hand voll weiteren Banditen und einer durch unsere Ermittlungen diffamierten Middenstegerin die durch Misswirtschaft um ihr Vermögen gekommen mit den Banditen gemeinsame Sache machen wollte und sich mit Plündergut, gestohlenen Grabbeigaben der Urahnen und unterschlagenen Steuergeldern zu ihrem bislang fälschlich als verstorben deklarieren Ehemann oder Liebhaber, die genauen Details sind mir nicht von belang, nach Tilea, in den warmen Süden absetzen wollte.
Die Tatsache allein, dass unser neuer tileanischer Begleiter nur knapp mit dem Leben davon kam, erwähnte angebliche Witwe verwunden und den verräterischen Landstreicher durch einen Sturz das Genick brechen konnte als er allein auf sich gestellt den Fundort der antiken Moorleiche in den Ruinen des einstigen Besitzes der Witwe im Sumpf verteidigte während wir ihr Haus in Middensteg nach Hinweisen durchsuchten, bezeugt, dass es sich bei El Vino nicht wie nach Occamos Rasiermesser folgend immer die simpelste Lösung die wahrscheinlichste sei und Zufälle nicht vorkämen, er also auch mit den Banditen kollaborierte, sondern sich auch im weiteren Verlauf der Unternehmung als vertrauenswürdig und zumindest hinreichend kampferprobt erwies, seine tileanische Abstammung also tatsächlich eher zufällig ist.
Weitere Ermittlungen führten über beschwerliche Sumpfwanderungen entlang morscher Pilger-Bretterwege nur unterbrochen von der Gastfreundschaft eines Torfstechers und seiner ausgehungerten Familie, zu einem vom Averländer Kurfürsten Marius von Leitdorf entsandten Kartographen Gerhard Kemptner (Korrekturen folgen so ich meine Notizen geordnet habe), der in seinem mit Hilfe von Assistenten, einem Leibwächter und einem Lehrling zu einer Bibliothek/ Glas-Rauminstallation/ Kartographen-Werkstatt umgebauten Signalampel-Wachhaus beachtliche Studien der bislang unkartographierten Landschaft anfertigt.
Er verhalf uns zu der Erkenntnis, dass es sich bei den zahlreichen eigenartigen Erdaufhäufungen im flachen Sumpfland um antike Grabhügel der Teutogen und anderer die Gegend zeitweilig bewohnender vor-imperialer Stämme handelte, uralte Überlieferungen die Middenländer zu einigen davon sogar als Pilgerschreine anreisen lassen, und beachtlicher weise diese primitiven Stämme – kaum von den Zwergen das Metallhandwerk erlernt – bereits intensive Astrologische Beobachtungen betrieben, sogar schon einzelne, den menschen heute bekannte Sternbilder, wenn auch anders gedeutet, abgrenzten, und darüber hinaus die Anordnung ihrer Grabhügel danach ausrichteten. Wahrlich beachtlich.
Nach weiteren gemeinsamen Schlussfolgerungen, dass es sich bei dem von uns beschriebenen Leichnam nur um den symbolischen Kopf, seinem pompösen Helm nach zu urteilen, des „Drachen“ oder vielmehr „Lindwurm“ Sternbilds alter Deutung nach handeln konnte, machten Virgil, El Vino und ich uns umgehend zu dem auf einer durch geriebenen Karte eingezeichneten Grabhügel auf, um weitere Grabschändung zu verhindern und den womöglichen Ruheort des Leichnams zu finden.
An dieser Stelle möchte ich kurz den für die Zukunft anregenden Spekulations-Anstoß erwähnen, dass es sich der eigentümlichen Hügelgrab-Anlegung in der vor imperialen Stammeskultur, verallgemeinernd von uns bislang als Barbaren bezeichnet, womöglich tatsächlich um die selbe Tradition wie in den Kurgan-Reiterstämmen der Chaosbarbaren handeln könnte, von der ich einst in einem kislevitischen Reiseführer las. 
Da weiters auch der Helm des Leichnams, sein Körperbau und die Tätowierungen, starke Ähnlichkeit wenn auch etwas primitiveren Stil zu aktuellen dem Chaos anhängenden Barbaren des Nordens vorweisen, weitaus mehr als zu den eigentlichen Nachfahren der sich heute immer noch als Teutogen bezeichnenden Middenländer, stellt sich schlussendlich die Frage, welche äußeren Einflussfaktoren dazu führen, dass sich die Menschen der Alten Welt dergestallt anders von ihren Vettern im Norden und weit im Osten entwickelten, sie ihre anarchistische Stammeskultur zugunsten einer weitgehend friedlichen Wahl-Imperator-Stadtstaaten und Feudalfürstentümer-Koalition ablegten. 
Einzig ihr Glaubenssystem auf dem sie selbst scheinbar alles begründen und dessen unreflektierte Rituale ihren Alltag prägen? 
Einflüsse aus den absolutistischen Herrschafts-Vergötterungs-Kulten des Süd-Kontinents? 
Halbherzig an ihnen als Handelspartner und Bollwerk nach Westen interessierten Zwergen? 
Oder gar unser Volk, vor dem sie immer noch Ressentiments hegen, sicher den bis heute enigmatischen, isoltationistischen Waldelfen Kommunen Athel Lorens und des Drakenwalds, den Überfällen der Dunkelelfen auf Küstenstädte und Handelsflotten und der generellen sehr zögerlichen Kooperationsbereitschaft aus Ulthuan zu danken und ans uns unter ihnen in der Alten Welt lebenden unabhänigen Wenigen ausgelassen.
Mein stärkster Verdacht ist eben das Fehlen erwähnter beiden, und das Zurücklassen von beinahe uneinnehmbaren leerstehenden Festungen der Elfen und Zwerge nach dem Krieg in der Alten Welt, auf den Hängen des Middenheim Bergs, an den Inseln im Reik - Nuln, Altdorf und Marienheim -  den bretonischen, estalischen und tileanischen großen Hafenmetropolen und heute noch schwer ausmachbar immer noch in den Grundmauern zahlreicher weiterer Siedlungen vergraben und überbaut, hat es den Menschen überhaupt erst ermöglicht außerhalb des dank ähnlicher Schutzfunktion besiedelten Talabheimer Kraters nicht ständig auf Raubzügen auf einander, Nomadischer Wanderschaft und Flucht vor Bedrohungen basierend leben zu müssen, wie es immer noch in Norsca und den Steppen Völkern zu beobachten ist. Mauern und Türme allein also, die zu Beständigkeit, Arbeitsteilung und Zivilisation führen konnten, nach ihnen sehne ich mich mittlerweile schon sehr.

Bizarr, um wieder zum Thema dieses Abenteuerberichts zu kommen, war im vergleich das was wir im Sumpf fanden, ohne es zu suchen.
Weder das aufgegrabene Hügelgrab, meine ich damit, noch die schon an anderer Stelle im Sumpf bekämpften Banditen und die Witwe die uns erneut dort begegneten und die wir um dem Raubbau endgültig den Hahn zu zu drehen ohne Kompromisse und Verhandlung in unserer unterlegenen Lage und ohne Vorwarnung attackierten, noch mein zugegeben unbeholfener Versuch der Blutstillung am bewusstlosen Vergil, oder gar die Umstände unter denen ich diesen Logbuch Eintrag verfasse - bei flackerndem Kerzenlicht, während meiner Wachschicht, in einem durchnässten Zelt in der spätherbstlichen Kälte dieses Sumpfes, umgeben von Blut und Dreck.
Vielmehr allein die Art wie diese vier wenig bemitleidenswerten Gestalten ihr verdientes doch unschönes Ende fanden meine ich, und sie beschäftigt mich nun schon die letzten Stunden, lässt mich kein besseres Wort finden diese Erfahrung zu beschreiben. Verstörend und in den Wahnsinn treibend den Göttern sei gedankt nicht, zu mindest solange ich den da draußen womöglich immer noch vor sich gehenden Prozess nicht genauer in Augenschein nehme. 
Der prasselnde Regen übertönt gnädiger Weise das Platschen und Klatschen der finger- bis pferdegroßen blutsaugenden Egel-Tentakel Monster, die bis zum Morgengrauen vermutlich nicht mehr als Körpersaft-leere Hüllen der Banditen übrig gelassen haben, wenn sie diese nicht sogar gänzlich in die Tiefe des Moores ziehen aus der sie stammen, oder vielleicht gar aus den aufgegrabenen Grabhügelanlagen, versiegelt seit Jahrtausenden... ich wage nicht weiter darüber nach zu denken, je eher wir dieses Schlachtfeld vergangener Zeitalter, erst jüngst wieder in warmes Rot getränkt hinter uns lassen können, desto besser.

Sobald Virgil - und ich hoffe der großzügige Einsatz El Vinos Heiltranks hat ihn vor einem würdelosen Ende hier im Sumpf bewahrt - wieder zu Bewusstsein kommt und zur Abreise bereit ist, wir an Zelten, Mitbringseln der Banditen und eventuell ca 5 der kleineren Blutegel in Gläsern zusammengepackt haben, werden wir einen großen Bogen um den Grabhügel-Eingang und die Blutlache machend, zurück nach Middensteg aufbrechen, unsere Belohnung kassieren, den weiteren Abtransport der Leiche zurück hier her an ihren Begräbnisplatz, an dem Tag da der Boden gefroren ist und keine Gefahr mehr von den Blutsaugern besteht instruieren und uns hoffentlich wieder mit Khevin und Meakhua, erwähnten getrennt reisenden Gefährten, treffen und weiter gen Süden reisen. 
Zur Zeit bin ich mir nicht sicher ob Virgil noch weitere Aufgaben ebenfalls in diese Richtung führen, aber mich ziehen noch andere, dringende Geschäfte Richtung Altdorf. Natürlich würde ich es vorziehen seinen lehrreichen und glaubensergebenen Ansichten weiter auf gemeinsamer Reise lauschen zu können, sollte Virgil sich aber entscheiden länger in Middensteg zu bleiben oder wieder nach Middenheim zu reisen, wäre dies ein neuerliches leb wohl zu Kampf-, Reise-, und Leidensgefährten. So unbeschreiblich schnell schwinden die Menschenleben, vielleicht sogar für immer.

Nicht so hoffentlich das unausgesprochene leb wohl zu meinen einstigen Leiterwagerl-Wiederbeschaffungs-Kommando-Gefährten. Ich kann nur hoffen, dass Hanuman, Forcher, Jzatkiel, Karl, Imrak und Walter sicher mit meinem Brief erreicht hat. 
Hauptmann Schutzmanns Worte in der Taverne nach unserm gemeinsamen, höchster Geheimhaltung unterliegender Mission, seit der wir uns dieses unverkennbare Mal mit dem Wolf und dem Hammer auf der Hand teilen, waren mehr als eindringlich, ein persönlicher Auftrag, zur internen Sicherheit des gesamten Imperiums meinte er, der uns alle nach Altdorf führen würde, und den er uns erst genauer am nächsten Tag in seinem Amtsräumen mitteilen könnte kurz bevor er die Stadt verlassen müsse... ich hoffe nur die anderen waren nicht so Rest-betrunken, mit dem Kopf noch zwischen den Damenschenkeln und durch den Wind wie ich am nächsten Morgen und haben den Termin nicht auch vergessen... da ich keinen mehr fand musste ich den "Affen" mit dem Brief schicken, es ging nicht anders, ich hoffe nur ich habe ihn auch verständlich verfasst und nicht irgendwie voller Rechtsschreibfehler, viel zu lang wie mir immer alle grundloser weise vorwerfen oder gar in einer anderen Sprache... Ihr Götter ich vertrage den Menschenschnaps wirklich nicht...

Ich frage mich auch ob mein angeheuerter Leibwächter Nickel Wanne seinen Auftrag wie abgemacht bis Altdorf vollenden konnte, zumal ich ihm seine Bezahlung ja auch erst nach Erfüllung zusagte... ich kann dort jeden Verbündeten gebrauchen den ich finden kann, und er erschien mir auch Kampftauglicher wie Khevin und der Braune...

Wir werden sehen, bis auf weiters kann ich nichts tun als auf Virgils Genesung hoffen und das Morrsgebet dass er mir noch vor Stunden beibrachte weiter auswendig vor mich hin rezitieren... ich sollte wirklich bald an meinen Heiler-Fähigkeiten arbeiten wenn ich die Möglichkeit finde...

Mein antikes teutogen Rufhorn aus dem Hügelgrab des Hauptes der Lindwurm Formation im Middenländer Schadensumpf


Samstag, 16. April 2016

Hauptquest - Erste Begegnungen - Anstehende Entscheidungen


 


In Ermangelung aktueller Spielerberichte der Einzel- und Nebenquestreihen der letzten... ja, tatsächlich JAHRE, im Folgenden ein kurzer Bericht eines - vermeintlichen - Nebencharakters des alten WFRoleplay Teams.
Des so genannten, berühmt berüchtigten LWWBKs - dieser Tage zerstreut, teils verschollen oder umgekommen und seine Reihen mit neuen Weggefährten gefüllt... ja, viel hat sich getan in diesen dunklen Monaten, ohne Tagebuchnotizen, Logbucheinträge, Klatschblatt-Berichte, Tavernengerüchte,  oder Briefe nach Hause.

Wahrlich so manches gilt es aufzuholen, niederzuschreiben und zu berichten, bevor es im alles verzehrenden Schlund des Vergessens versinkt, aber, bitte, habt Nachsicht liebe Leser, immerhin sind mit Außnahme eines Halblings, alle Charaktere der aktiven Spieler Menschen!
Und so überträgt sich so mancher Charakterzug der kurzlebigen Avatare ins reale Leben der
extrem (mit blankem Überleben) beschäftigten und kaum je mit Augenblicken der Freizeit oder Muße gesegneten Studenten und Selbstständig- bzw Nicht-Berufstätigen.
Umso mehr da sie nicht nur mit Motivation, Zeitmanagement und Artikulation, ja vielleicht sogar mit dieser Tage wieder grassierendem Analphabetentum, sowie anfänglicher Demenz und Gedächtnislücken Roleplay-Erlebnis-Details betreffend zu kämpfen haben (die Rede ist von Spielern wie auch Charakteren).
Aber können wir es ihnen verdenken? Immerhin kommen sie derart oft dazu live zu spielen, dass sie sich womöglich kaum noch an vor 10 undokumentierten Spielabenden zurückliegende Geschehnisse erinnern... für wahr, sie haben unser aufrichtiges Mitleid.

Ohne weitere Umschweife jetzt aber zu angekündigtem Erlebnisbericht, Begegnungen und bevorstehenden Gefahren aus den ersten Spielabenden der anstehenden Altdorf-Hauptquest, bzw deren Vorwehen und ersten Begegnungen auf dem Weg dorthin, inklusive exklusivem Insiderwissen und Vorahnungen seitens eines direkt beteiligten Charakters, also Achtung, Spoileralarm!

Hier also, der Innere Monolog der miterlebten Geschehnisse seitens der unbändigbaren und integeren Gruppen-Ikone, Führungspersönlichkeit und Ansprechpartners bei Sinnkrisen, dem "Affen" Hanuman:


Huh Uh! Uaaaah ah ugh!

"Ah uh uh mmuahm uh ah ahaaaa uh ughfml uh. Uh ah ah iuuuh uuuh?Uh ahaah uh. Mmmmh uh. Uuhuhuh, ah ah - UHUH - ah uuuuuuh ... uhm uhuh... ahahah uhhh ih uh, ah uh uh ih, vorch uh er uh ... uhaah... uh. Banane... uh... ahgh uh uh ih ah uuuuuh chhh uh uh. uh ah aaaaah uh, uh ah ah ih uhgh. Aha uuu U uhghhh ah uh mmugh ah ah Huuugh, ah uh... Uhhhgh uh uh. ia uh uh mmmuhg uh. Haaaah uh, uhuh. Mhm. uhuhu, hu ah uh uh ahmmmh flgrmmmh! Mnamu uh uh uh uh uh uh uh uh uh uh uh uh uh uh uh uuuuuuh ah. uh. Bah uh uh Ah uh uh Na uh uh Ne uh uh! Ahuhah. Mmmmmh uh Grmluh uh Hhhruh uh uh wwruh mmmuh, mah uh, ahahm uh ah ih uh oh uh uh ah ah, ih uh ah uuuh Agh! Uh ughah. uh uh ah ih uh Mruh Grnnnnml uah UAH! uh ah uh ah uh ah uuuuuh aaaaah uh. uh uh uhh. ah. uh. uh uh uh uh uh. ah ih uh aaaah ugh ah uh... Ugh ah ih uhh uh uh uh uh. Hmuhuh ah uuuugh ahuh uh Uha? uh uh! ah uh aaaah uh uh uh uh ah mmrgl uh. hm mmmmmrrrrrgggl uh ah uuuuuuh aaaah uh. uh uh. ah ih umh uh, ahah uh."



Montag, 26. Mai 2014

In Angelegenheiten der Toten - Abenteuerlogbuch Einzelquest Oberon 3


Dritter Abenteuer Logbucheintrag Oberons aus dem Haus der Bal Drian

Jahr 2523 Imperialer Zeitrechnung, dritter Steuertag der Erntezeit

Die Welt der Menschen hat es mir angetan. Zweifellos sie ist grausam, schmutzig und feindselig, doch kann man an ihr wachsen und lernen wie aus keinem Buch, wie in keiner Unterrichtsstunden, sie ist bizarrer, einzigartiger und überraschender als jede Geschichte und beinahe täglich lerne ich hier neue Bekanntschaften kennen oder werde Zeuge eines kurz darauf wieder verlöschenden Lebens. 

Nicht so dieser Tage, Friede ist zur unerwarteten Abwechslung eingekehrt in mein Leben hier, voll sonst so turbulenter Irrfahrten. 
Und ja, bizarr wie gesagt, für wahr, erscheinen mir immer wieder die immer neuen Möglichkeiten, die die Menschen zu finden scheinen, ihr eigenes Leben künstlich weiter zu verkürzen: 
So ward ich denn tatsächlich gewahr, dass sie sich kreuzen können, mit den anderen Rassen der jüngeren Schöpfung! 
Der mir bislang als kleingewachsener Oger erscheinender flüchtige Bekannte Khewin - die genaue Schreibweise seines Namens ist noch weiterhin Anreger meiner Fantasie, und den bei meinen weiteren Reisen bei mir zu haben, durchaus als der Kampfkraft meiner kleinen Entourage nicht gering zuträglich scheint, ich aufgespürt und zuhause besucht habe - erwies sich doch tatsächlich als Halb-Oger, seine Mutter, eine zierliche kleine Frau als gänzlich menschlich! 
Welch faszinierende Erkenntnis! Wie bereits angedeutet, der Fortpflanzungsakt allein muss für die Dame eine gar unerforscht neue Art der stark lebensbedrohlichen Erfahrungen gewesen sein und war zweifellos, oder so zumindest in meiner Vorstellung, mit Rippenbrüchen, inneren Blutungen, Prellungen, Verstauchungen und schweren physischen und mentalen Traumata verbunden. 
Doch wäre dies auch zwischen Menschen und Halblingen möglich, die sie mir ähnlich nahe mit ihnen verwandt scheinen wie die Oger?… 

So selten meine Erfahrungen in diese Richtung in jungen Jahren zu meinem Bedauern noch waren, erfuhr ich an zahlreichen Anlässen doch von mehreren meiner Familienmitglieder beider Geschlechter das eine Verbindung zwischen Mensch und Elf außer einer kurzen, beiderseitig eher unbefriedigenden und befremdlichen Erfahrung doch keine Früchte trägt, und so kann ich es mir auch mit dem bärtigen Bergvolk nur schwer vorstellen… 

Doch was ist zum Beispiel mit den infamen hellhaarigen Hünen aus dem Norden, oder den dunkelhäutigen phlegmatisch anmutenden "Barbaren" - eine wohlweislich gewählte Deklaration, beide sprechen eher gebrochenes Reikspiel und scheinen aus primitiveren Kulturen zu stammen wie der hiesigen - aus dem Süden wie meinem ebenfalls neuen Begleiter Merk Hua - erneut bitte ich bei wechselnder Schreibweise um die Nachsicht des Lesers.
Sie sind den geläufigen Menschen der Alten Welt ähnlicher als andere Rassen und ich vermute gemeinsame Wurzeln, doch sind sie eigene Arten, die sich dennoch miteinander fortpflanzen können, wie bei Pferd und Esel? Was sind die Konsequenzen für die Nachkommen, sollte es welche geben können? Und welche Eigenschaften werden generell auf die Kinder übertragen, an erwähntem Beispiel erkenne ich mehr oberflächliche Eigenschaften des vermeintlichen Vaters: 
Die trägen Züge, der übergroße massige Körperbau, die schwer verständliche zähnefletschende Redensart… doch sinne ich in seinem Geist die Sanftmut und Unschuld seiner Mutter, kann er auch noch nicht lesen - ich werde ihm bei Gelegenheit das ein oder andere schon beibringen können

Mit noch nicht einmal seinem zweiten Jahrzehnt vollendet ist er schon, für menschliche Maßstäbe und noch viel mehr die der Oger natürlich, vergleichsweise intelligent und besonnen in dem was er tut oder spricht, wenn es trotz seiner langsamen Art auch nicht gleich so scheint.
Ganz im Gegensatz zu seinen vergleichbar alten Mitmenschen jedenfalls, die mir, um es noch sehr schmeichelhaft auszudrücken, explizit an einem mir bis kürzlich noch bekannten Beispiel verdeutlicht, sehr undurchdacht, impulsiv, selbstüberschätzend und konfrotnationssüchtig erscheinen. 
Nun, der übergroße Junge ist vielleicht noch nicht kampferfahren und -willig, doch ist er mir so, sinnempfänglich und voll jugendlichem Lerndrang, lieber wie ein hirnloser Kampfkoloss, und letzteren optischen Eindruck erweckt er nichts desto trotz, was sich meiner Planung nach, noch hoffentlich als sinnvoll erweisen wird.




Khewin, "Halboger" aus Middenheim
Doch ich schweife schon wieder ab:
Nach einem spektakulären Abenteuer mit einem fragwürdigen Apotheker, seiner mir anvertrauten und unter bislang unbezahltem und leider eher unorganisiert scheinenden Geleitschutz in die nächste Taverne außerhalb der Stadt geschickten Ehefrau, einem erfolgreich zur Strecke gebrachten und untersuchten Ghoul, einer "Kochshow" - diese Halblinge mit ihren neuen Wortschöpfungen - dem mysteriösen verschwinden Constantins auf "Pilgerfahrt", der sehr gelehrigen und interessanten neuen Bekanntschaft mit dem leider erst viel zu spät kennen gelernten Obduktionsleiter des Morrstempels - eine leider viel zu schnell alternde Zierde seiner Rasse mit dem ich hoffentlich vor dessen Ableben oder bereits anzeichnenden Demenz ich hoffentlich noch fruchtbaren Briefverkehr halten können werde - und diversen, meinem Gedächtnis zunehmend entschwindenden Kletter- und Verfolgungsaktionen in einem einsturzgefährdeten Haus in Begleitung zweier, wie angedeutet, sehr rasch nach Bekanntmachen wieder vor ihre Schöpfer getretenen Gestalten einer Jägerin und eines Kopfgeldjägers(?), bin ich jedenfalls zu dem Schluss gekommen Middenheim ebenfalls zu verlassen. Ich begleite also nun Merk Hua in Begleitung von Khewin Richtung Altdorf, unseren Haarigen kleinen Begleiter entsannte ich vor einiger Zeit schon mit einer Nachricht an Vorcher, den scheinbaren Anführer der kleinen Gruppe Abenteurer mit denen ich bis vor kurzen noch mein Leben im Auftrag der "Imperialen Sicherheit", oh welch inspirierende Worte des stellvertretenden Hauptmanns der Wache, riskierte. 

Ich hoffe sie erreicht ihn wohlauf und rechtzeitig.
Bei meiner Reise hierher in den Norden vor einiger Zeit schon begegnete ich zahlreichen durch den Krieg aufgeschreckten Drakenwald Elfen Jagdzirkeln, und für zwei Zwerge, einen ungehobelten Halbling, einen halbstarken und einen perversen Menschen, allesamt nicht der Elfensprache mächtig sehe ich leider schwarz, sollten sie sich ohne es zu wissen mit ihnen anlegen. 
Feinde haben wir bis jetzt wahrlich schon genug, und wenn mein Brief weiteren Zwist verhindern kann werden womöglich noch Leben geschont… auch wenn ich mir im nachhinein nicht mehr sicher bin dem Bürgschaftsbrief auch eine Kopie in Reikspiel beigefügt zu haben… 

Außerdem hoffe ich die Bande aus Tunichtguten des Leiterwagerl-Wiederbeschaffungs-Kommandos - ich weiß, ich weiß, hierzu ist kein Kommentar nötig - eines Tages wieder zu sehen, Nahtoderfahrungen haben uns doch durch ein gewisses Band der Freundschaft verbunden, und die Götter sind einer inkompetenten Meute wie uns damals viel zu sehr beigestanden als dass sie nun wollten wir mögen alle unserer eigenen Wege gehen und ein unspektakuläres Ende finden. 
Doch wir werden sehen.

Donnerstag, 13. März 2014

Seemannsgarn in Delberz

Seemannsgarn des jungen Mannan-Priesters in seinem Stammlokal am Hafen von Delberz:

… Dieser Junge, J´Zatkiel nennt er sich, aber bald wird er nur noch als "Der Middenfischer" bekannt sein, hehe, der hat mir auf unserer Reisen von Middenheim nach Delberz den ein oder anderen Seemannsgarn erzählt.
So meinte er zum Beispiel, der hätte eine Zille aus der Kanalisation geborgen…. hehehe, wers glaubt wird von Mannan persönlich selig gesprochen, … wer nicht kommt auch früher oder später in Morrs Garten…. wenn er denn dort hinfindet…. hehe….



Naja,… der Kleine scheint schon einiges mitgemacht zu haben…. auch wenn nicht gar alles recht glaubwürdig rüberkommt.
Er meinte doch glatt, dass er sich mit seinen drei, vier Kumpanen zusammengetan hätte und einen beschworenen Dämonen mitten in Middenheim getötet hätte!
Haha, dabei weiß doch jeder, dass sowas garnich möglich ist, kein dunkler Priester bliebe lange genug unbemerkt, als dass er ein solches Ritual zu Ende bringen könnte….
Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass man Dämonen nicht töten kann, sondern bestenfalls verbannen….
hehe, vielleicht hatter im Suff einen Mutanten erledigt, das würd ich ihm schon zutrauen…. immerhin hat er es auch mit diesem Biest ausm Middensee aufgenommen.
Das is mal wahrlich eine Heldentat…. Die Geschichte muss ich euch unbedingt erzählen!
Damit hat er nicht nur ganz Middenheim einen gefallen getan, nein, vor allem dem alten Käptn, dessn Namen ich mir nicht merken konnte. Wie hieß der noch gleich…. jedenfalls "der mit dem Fisch tanzt" nenn´ die ihn hierzulande….
Der Kleine is ihm tatsächlich nachgesprungen als ihn das Unwesen in die Tiefe des Sees gezerrt hat. Das hat er mir persönlich versichert….und einem Käptn glaubt man, wenn er sich eingesteht sein Leben einem so jungen Bengel zu verdanken…..
Außerdem habe ich selbst die Leiche dieser Abscheulichkeit, dieser Seebestie identifizieren können!
….und die war wirklich keine Schönheit: Nen aufgeplatzten Brustkorb hatte die! Mit beweglichen Rippen! Widerlich….
Der Käptn meinte, und das hat mir der Middenfischer auch bestätigt, dass dieses Unwesen damit die zerstückelten Leichenteile, die überall im See verteilt schwammen an sich gerissen hat und als eine Art menschlichen Schutzmantel getragen hat…
Mir ist gleich aufgefallen, dass die Organe allesamt schwer verletzt waren, und der kleine Middenfischer hat mir erzählt, dass er sich richtig in diese Kreatur hinein-wühlen musste hat um diese mit bloßen Händen und einem kleinen Taschenmesser von Innen zu zerfleischen…. haha, wie man in alten Mythen immer so sagt: "einen Wal bekämpft man am besten, indem man sich von ihm fressen lässt und dann von Innen bearbeitet"… das hat dann wohl auch auf diese Abscheulichkeit zugetroffen…..



Der Middenfischer hat behauptet, und das glaub ich ihm sogar, dass er, als er dem Käptn nach is, weil er ihn nich halten konnte, über den Käptn zur Kreatur geklettert is, die mit einem Höllentempo durchn See gerast is, und ihr dann mit letzter kraft und nur mim Segen von Mannan die ganze verdammte Lunge ausm Leib gerissn hat, unn mid der isser dann wieder nach oben gekommen….  weil da noch luft drinne war…  Versteht ihr?

….na wie auch immer…. Prost Männer!
Auf den Middenfischer!

Samstag, 28. Dezember 2013

Grummeln über das Finale (Episode 2)

Überaus besorgt, doch mit einem gewissen Erstaunen, schreibe ich euch, meinen Angehörigen von den Geschehnissen, die sich hier in Middenheim zutrugen, und erzähle euch hiermit wie entrüstet ihr sein dürft, dass das ewige Reich wahrlich eine Nation vor den Grünhauthorden abschirmt, welches so zerrüttet und marode ist, wie es jung ist - sodass ich mich hier - wie ich dies verfasse - frage, ob es denn zu schützen wert ist, was ich hier vorfinde… Folgende Geschichte hat sich tatsächlich so zugetragen, sowahr ich Vorcher, Sohn des Onk, Sohn des Idon, Sohn des Ki bin…

Nachdem ich moralisch durchaus erschöpft von einer höchst fragwürdigen Gerichtsversammlung, einer berauschenden Kutschenfahrt, politisch turbulenten Diskussionen in höchsten Kreisen des menschlichen Adels, Justiz und Klerus, einem orientierungslosen Herumirren in den verwinkelten (und planlos, verschachtelt „gebauten“) Vierteln der Stadt am Berg beim Shallya-tempel angelangt war mussten wir eine Schlacht schlagen.
Doch hatten wir eigentlich einen Auftrag. Es ging…  gewissermaßen um die fachgerechten Entsorgung, eines Gegenstandes, den wir selbst aus einem Chaos-Tempel geborgen und in die Stadt gebracht hatten, um ihn nun zu vernichten. Beim Fachmann angelangt, grollte ich nicht wenig dass das besagte Artefakt entwendet worden war, ausgetauscht gegen den abgetrennten Kopf eines Zeugen von der erwähnten Gerichtsversammlung (den wir selbst aus einem Verließ gerettet hatten). 
Ich realisierte nun erst richtig die Tragweite der Intrige, in der wir uns befanden - und setzte den Beschluss diesen unehrenhaften Geschehnissen ein Ende zu bereiten. Manchmal muss an einer Gemeinschaft Material abgeschlagen werden, wie eine dicke Schicht Rost, auf einer Plastik damit jeder wieder sehen kann, was diese Skulptur überhaupt darstellen soll. Dass die Kirchengemeisnchaft des Ulrics es war, die restauriert werden musste, das konnte bloß eine kleine Gruppe von Personen erkennen: Wir. Das sogenannte „Leiterwagerl-wiederbeschaffungs-kommando“!

Leider war von unserer Gruppe, den eigentlichen Auftrag folgend nurnoch ich und Karl übrig. Der rest der Truppe befand sich in alle Winde zerstreut, in unglückliche Umstände verstrickt, wie ich zu späterer Stunde, bei einigen Bieren erfuhr.

Imrak im Käfig der Kultisten
Imrak, der angeblich bloß in einer Seitenstraße ein Nickerchen gehalten hatte, erwachte in einem Käfig. Er wurde in einem Untergrundgewölbe zu einer Schlachtbank geführt, wo er um sein Leben fürchtete, bis seine Peiniger von Rettern abgelenkt wurden und er sich daran machen konnte sich an seinem Entkommen zu versuchen.

Jzatkiel war bei diesem Elfen - Oberon - in der Ärztegilde, ständig bewusstlos dieser Junge. Er verfolgte gerade gemeinsam mit diesem architektonische Probleme, ich glaube es hatte etwas mit der instabilen Bauweise der Menschenarchitektur zu tun… mit den Fundamenten der Ärztegilde, die sich weiter erstecken sollten als sie angenommen hatten…

Verge unterstützte angeblich jemanden erfolglos dabei eine Frau zu erobern. (Doch einmal ehrlich, wen wundert das, bei seiner sonstigen Herangehensweise)

Karl spaltete sich kurzerhand von mir ab, und wurde angeblich von jemanden auf einen Turm geschleppt, wo er eine andere Person davon abhalten wollte Selbstmord zu begehen, doch sein Bemühen ihn abzuhalten half nichts, und der Mensch nahm sich selbst das Leben indem er herabsprang. (Völlig unverständlich, diese unehrenhafte Handlung, für unsereins…)

Ich selbst war, ohne weitere Abstecher, doch mit Wilson (Verges Hund) und dem Affen bald beim Ulricstempel angelangt, wo ich erneut mit Karl und Verge zusammenfinden durfte. Wir sollten unbemerkt einen Weg auf einen Balkon finden. Als ich gerade den Wert eines Glasfensters abschätzte, schleuderte Verge einen Gegenstand durch eben dieses Werk und eröffnete uns damit einen Zugang. Aber es bedurfte schon einer akrobatischen Sonderleistung um diesen nutzen zu können. Also verhalfen wir Karl in „Müller-Müller-Sackerl“-Manier zum nötigen Schwung, die Öffnung zu erreichen. Das tat er auch und vollführte einen Salto, sowie er sich unserem Sichtfeld entzog. Ein Riegel wurde geöffnet, wir traten ein… doch ein bedrohliches Scheppern klapperte uns aus dem Inneren entgegen…
Vorcher und Verge verleihen Karl den nötigen Schwung
Während Imrak sich gerade daran versuchte den Käfig zu öffnen, bekämpften Jzat und Oberon eine kleine Gruppe Kultisten unter den Fundamenten, eines großen Gebäudes. Angeblich kämpfte Jzatkiel, auf einem Altar stehend gegen mehrere Angreifer, während Oberon auf den Anführer einschlug, der sich im Schwitzkasten Imraks befand (der sich nun aus dem Käfig befreit hatte, und sich Valaya zum Dank am selben Ort aufhielt). Auf mein Hinterfragen hin wurde mir die Stützfähigkeit der Fundamente von Jzatkiel als eher fraglich geschildert. Ich werde dem Tempel bei Zeiten an die hiesige Zwergengemeinde verweisen…

Verge und ich machten uns bereit , dem herannahenden Feind alles entgegen zu stellen, was wir zu bieten hatten. Doch ließen sich die beiden gepanzerten Ritter des Ulrictempels eher wenig von uns einschüchtern, sehr erstaunlich, für Menschen. Der erste Schlag eines der Ritter ließ Verge den Tode nahe rücken. Ein weiterer Schlag und es war fast um ihn geschehen. Ein Glück (oder eher schlechte Handwerkskunst) für ihn dass sich die Hoden einer steinernen Wolfsstatue über ihm, zur rechten Zeit lösten und den Ritter ablenkten, wodurch er nun sein Leben noch eine weile behalten darf…
Karl ließ eine Salve von Pfeilen auf die metallenen, keuchenden Gestalten regnen, während Wilson und ich ihnen die Schädel einschlugen. Grimmig gaben wir keinen Zentimeter Platz und trieben sie die Stiege hinab, ich ließ Verge seine Vergeltung an einem der Krieger, der bewusstlos ertragen musste was geschah, vornehmen. Ich möchte hier schweigen, was er tat. 

Auch Jzat, Imrak und dieser Elf stolperten uns besorgt entgegen und staunten nicht schlecht was ihr alter Dawi-Ältester im Nahkampf mit diesen Möchtegern-Axtschwingern aufgeführt hatte… (Vielleicht staunten sie aber auch mehr über Verge, der eben gerade seine Vergeltung verübte)

Wir verloren kaum Zeit, rüsteten uns, flickten uns behelfsmäßig zusammen und spurteten ins Innere des Ulric-Tempels. Wir rannten durch den halbwegs beschaulichen Saal, in dem mir auffiel, dass einige der ärmlichen, winzigen Statuen die noch kleinere Bärte trugen als ein neu geborenes Zwergenweib aus den grauen Bergen, aus kostbaren, seltenen Gesteinssorten geschlagen waren - was für eine Materialverschwendung…

Gerade hatte ich diese abscheuliche Einsicht in das Wesen der Menschen überwunden, da näherten wir uns einem Ereignis, dessen Gräuel meine Weltsicht wahrscheinlich für immer prägen werden:
Der hochrangige Ulricspriester, dessen Feindschaft uns nun schon an so Gefährliche Orte geführt hatte, dessen Intrigen die Menschen Middenheims in einen Kleinkrieg versetzte ging in einem chaotischem Ritualkreis umher, stach einen nach dem anderen, seiner treuen eidverbundenen Brüdern mit einer Klinge in den Hals und beschmutzte mit deren sprudelndem Blute …. den polierten, blauen Tonalit-Boden!

Ich konnte mich natürlich nicht zurückhalten um weitere Vergehen dieser Art zu unterbinden, rannte voraus, meine treuen Begleiter hinter mir her… das erste mal dass sie richtige Rüstung trugen: kaum schneller als ich selbst. 
Der Übeltäter vergoss immer mehr Blut, doch wurden wir gebunden: im Kampfe gegen weitere seiner Lakaien, allesamt Kriegern mit dicken Rüstungen und Bärten, also wahrscheinlich das Beste, was uns Menschen entgegenschicken konnten. Liebnitz’ Gelächter tönte schrill durch den Raum, als er sich wahnwitzig den eigenen Leib aufschlitzte.
Wir konnten gerade den letzten seiner Krieger zu Boden gehen sehen, da Formierte sich eine dunkle Eminenz inmitten des blutbefleckten Ritualkreises. Er hob das bronzene, Schädel-artefakt, das wir aus dem Tempel geborgen hatten, wappnete sich mit dem zu seinem Füßen platzierten „Rüstzeug“  und überlegte keine Sekunde: er griff uns mit erhobener Axt an!
Wir konnten uns kaum formieren, ja der Elf und der Menschenjüngling unserer Gruppe konnten sich in Angst versetzt nicht einen Zoll weit bewegen. Doch Imrak und ich bewiesen den Mut der Dawi und stellten uns dem Dämonen entgegen. Ich versuche euch das Gefühl, vielleicht ein wenig überschwenglich, mit Oberons betrunkenen Worten am Ende des Tages zu beschreiben: „Die Situation glich dem Gefühl vor einem Ozean aus Blut zu stehen, und eine chaotische dunkle Welle, schiebt sich unaufhaltsam unserem Widerstand am Strande entgegen, während unsere letzte Hoffnung gleich einer winzigen Sonne am glühenden Horizont untergeht, und unsere Existenz in ein tiefrotes Licht taucht… sich raserischer Zorn über das eigene Dasein mit jedem Herzen-Schlag in den restlichen Körper ergießt!“ - Er neigt zu übertreiben wenn er betrunken ist, dieser Elf, doch etwas wahres mag in seinen wirren Worten liegen: Unabwendbar hämmerten die Hiebe des Dämonen auf uns ein, meinen starken Schildarm zermürbend. Wir fochten weiter, ohne nur an Flucht zu denken, und gaben ihm unser Metall zu spüren. Der Kampf war ein Akt einer Gruppe, die in den letzten Wochen zu einem Kettenhemd verschmiedet worden war! (wenn auch nur menschlicher Qualität… und ein wenig ungepflegt… und löchrig… naja) 

Xathrodox: Der Dämon aus dem Schädel
Dem Tode nahe betete ich zu Grimnir um Kampfesstärke, Verge konnte sich ohnehin kaum auf den Beinen halten, Imrak widerstand noch gradeso den Axthieben und auch Jzatkiel wich bereits mit größter Not der Wut des Dämonen aus. Oberon… war wie tief verankert und weiß wie Marmor hinter uns.

Doch der Dämon tat es uns gleich und ging langsam zu Boden. Ein Pfeilschuss Karls beendete das Schnauben Liebnitz’ mit einem präzisen Kopfschuss. Wir hämmerten mit letzten Bemühungen weiter auf unseren Widersacher ein. Der Bronzeschädel, glühte auf, dampfendes Blut sprudelte aus seinen Öffnungen hervor, und der Dämon schleuderte diesen mit enormer Wucht in Richtung Karls, dessen Brust er dampfend versengte. 
Ich gab dem Dämonen den Rest indem ich meinem Hammer in seinen schimmernden, gehörnten Schädel vergrub… Wir hatten überlebt… (Wenn ich auch einen Pfeil, tief im Bein stecken hatte, dank Karl) bis auf einen, der leblos am Rande des Ritualkreises lag… Verges treuester Begleiter und bester Freund: Wilson.

Ich möchte nochmal auf den Punkt der Wertigkeit zurückkommen, ob uns nicht uralte Eide zwingen, den Hüter eines Tores zu spielen, das in ein marodes Haus führt… welches von einem zerstrittenen Klan mit kindischen, unmoralischen Personen behaust wird: Ich glaube so ist es. Doch je länger ich mich hier aufhalte umso besser sehe ich unsere Aufgabe, vor die uns Kurgan Eisenbart einst stellte. Es ist ihr unbeholfenes Versuchen. Ihr ungelenktes Wollen. Ihr inneres Ringen, welches jeden einzelnen Menschen gleich der Nation der er angehört zerreisst. Und es bedarf der lenkenden Hand einer älteren, erfahreneren und vernünftigeren Nation um ihnen in Zeiten der Krise mit Tradition und Erfahrung zu sagen, worin sie ihre Ressourcen investieren sollten um möglichst hochwertige Ergebnisse aus sich selbst herauszumeisseln. Und um schonmal schlechtes Material zu erkennen, welches abgeschlagen werden muss. Ich selbst habe dies als Aufgabe zu schätzen gelernt, und wenn ihr es auch als unrentablen Abenteuermut betrachten werdet, sehe ich mich hier auch ein wenig verantwortlich für die Menschen, meiner Umgebung, und werde ihnen in ihren kurzen Leben weiterhin helfen, und mein „Ins Laund einischaun“ noch länger fortsetzen.

Eid-gebunden bitte ich euch diesen Brief vor den Augen jedweder Menschen geheim zu halten.
Grungni halt uns Wache! - Vorcher Onkson




Samstag, 21. Dezember 2013

Karl auf dem Dach - Speckulationen über das Finale (Episode 1)

Es war längst dunkel geworden. Wir irrten durch die Straßen Middenheims. Jzadkiel immer mir nach, Imrak war wiedereinmal verloren geganen.
Wir erfragten uns den Weg bei einem Halbling, ich hatte mich ihm über Mörser, einer uralten Geheimsprache der Halblinge, zu erkennen gegeben und er ließ mich eintreten.
Er hatte eine Karte, welche er uns mitgeben konnte, dafür versprach ich ihm so viel zu Essen wie ich niemals auftreiben konnte.
Wir gingen also Zielstrebig richtung Theologikum als plötzlich Gestalten in der Dunkelheit zu erkennen waren. Stadtwachen, da war ich mir sicher.
Da unsere Ausgangsbescheinigung bei Vorcher war, würden sie uns sofort festnehmen.
Also lief ich so schnell ich konnte, doch J'Zadkiel blieb stehen, es sah aus als hätte er einen ziemlich schlimmen Krampf. Wenig später fiel ein Schuss ganz in der Nähe. Sie haben ihn erschossen!
Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. War es Trauer? Oder Freude? Ich war zu beschäftigt um darüber nachzudenken.
Karl über den Dächern Middenheims
Am Ende einer Sackgasse musste ich über eine Mauer klettern und gelangte so in einen Innenhof. Darin eine kleine Eisentür in eine weitere finstere Gasse, ein Kellerabgang und zwei Haustüren.
Im Keller konnte ich das Essen für meinen neuen Halblingsfreund besorgen, zudem fand ich ein riesiges Fass voller Most, von dem ich etwas in mein Horn füllen wollte, dabei ging einiges an meine gewänder und so überdeckte der strenge Geruch sogar den Gestank der Kanalisation.
Durch ein unverschlossenes Haus gelangte ich wieder auf die Straße und konnte einer Frau in ein Haus folgen welches mir irgendwie schon komisch vorkam. Große Tische mit vielen Stühlen.
Die Frau ließ mich durch den Hintereingang, doch ich musste nicht weit laufen bis ich die nächsten Wachen vor mir sah, ich ging also wieder in das Haus der Frau zurück und fragte sie über diese Wachen aus, die ja scheinbar aus ihrer Richtung kamen.
Sie erzählte mir, dass ein Zwerg bei ihnen war, da hörte ich ihr nicht länger zu und eilte aus dem Gebäude, das auf den zweiten Blick wie ein Gasthaus aussah.
Tatsächlich war es Vorcher. Er hatte mir eine spezielle Halblings-Kunstleiter mitgebracht.
Später erzählte er mir, dass er in der Truhe, in der eigentlich der Messingschädel eingeschlossen sein sollte, der Kopf des Leeroy jenkins lag.


Liebnitz' Werk, meinte Onkson, jedoch glaubte man ihm nicht wirklich...

Montag, 18. November 2013

In Angelegenheiten der Toten - Abenteuerlogbuch Einzelquest Oberon 2

Zweiter Abenteuer Logbucheintrag Oberons aus dem Haus der Bal Drian

Jahr 2523 Imperialer Zeitrechnung, Dritter Werktag der Erntezeit

Erneut entschwindet sie mir, verblasst sie vor meinem inneren Auge, die rückblickend zwar auch nicht sorgenlose, doch von lediglich verglichen banalen Lappalien geprägte Erinnerung, ferner, trüber Studientage. Wie fremd erscheint mir mittlerweile die bloße Berührung dieser meiner abgeknickten Federkiele. Die Finger zerschlissen, Dreck unter den Nägeln, nach Tod und Abfall riechend, runzelige Falten die sich über die Handflächen ziehen - wie einst nur nach ausgiebigem Baden, dieser Tage durch andauernde durchdringende Nässe mein ständiger Begleiter. Und dieses Zittern, dieses ständige nervöse Zucken, immer wach immer nervös, als würde ja auch nur die geringste Bedrohung beim Schreiben bestehen, lediglich einige kaum erwähnenswerte längst verheilte Wunden tragen diese Finger von scharfem Papier und spitzen Federkieltrimmern, doch nicht Schmerz lässt sie zucken, sondern Erinnerung. So viele verstörende Ereignisse und Erlebnisse die zu Papier gebracht werden wollen, jeden Tag, da nun jeder der letzte sein könnte, und so wenig Zeit zwischendurch für diese spärlichen Notizen bleibt, das niederschreiben löst mir die Furcht und die Verstörung von der Seele, das rede ich mir zumindest ein. Fragt sich ob die alten Lehrmeister zuhause mit ihrer "Göttlichen Harmonie und steten Gelassenheit" in solch einer Welt besonders weit gekommen wären… Unruhe, Schlaflosigkeit und sich anbahnender Wahnsinn sind ständiger Begleiter solch finsterer Zeiten und oft unvermeidbarer Grausamkeiten. "Die Feder ist Mächtiger als das Schwert" sagen die Berufs-Schreiber der Menschen, sie haben vermutlich noch nie einen der fahrenden Schwertmeister aus der alten Heimat gesehen der eine vorbeizischende Schwalbe in eine ganze Wolke hilflos zu Boden segelnder Federn verwandelt. Doch genug der Schwelgereien, die Zeit der Hohen-Roller die sich nie der Nähe der Gefahr aussetzen ist vorbei, ich gehöre nun auch zu den Tiefe-Roller Schwalben.

Laienpriester Constantin
Tatsächlich machte es erst kürzlich den Eindruck mit diesem Los nicht einmal der einzige meiner Art zu sein, so traf ich doch tatsächlich nach trotz betrüblichem Verunglücken kurzzeitigen Weggefährtens und wiederaufgenommenen Nachforschungen im Medizinerkongress, auf dem Weg zurück zum Morrstempel, freundlich geleitet von, nun, sagen wir nicht eben übereifrigen Stadtwachen, doch aller Unwahrscheinlichkeit zum Trotz einen Artverwandten. Ich sage verwandt, wohlweißlich mich nicht voreilig in direkte Relation zu sich eventuell doch als nicht nur im Verhalten, denn auch in Abstammung und Kultur als befremdlich und mir nicht vertraut erweisenden Erscheinung eines, ich drücke es mit der kurzsichtig über-simplifizierenden Art der Menschen und Zwerge aus: Elfen. Ob er dem ominösen Loren oder dem vergessen geglaubten Drakenwald Kolonien abstammt, in einer der imperialen Städte oder gar von noch ferner geboren ist, ist mir ein Rätsel, fest steht er kommt nicht aus Marienburg. Sein Name ist mir derzeit entfallen, angesichts seines bescheidenen Heldenmuts bei einer Konfrontation von unbekannten Kriminellen und Stadtwachen, dem wieder begegneten Laienpriester Morrs Constantin und meinerseits wird die Geschichtsschreibung es mir verzeihen, denn derjenigen die sich 'nicht einmischen' und von fragwürdig übertriebener Schleierhaftigkeit der eigenen Person und Berufung begleitete Rituale auf Friedhöfen oder bewachsenen Straßenmauern dem Beistand ihrer Begleiter vorziehen, wird man sich kaum bemühen müssen zu erinnern.

Große - und für fremd Leser vermutlich verwirrende - Worte von jemandem der sich noch vor einem Monat kaum mehr für Blutvergießen und Gewalt begeistern konnte als ein Schmetterling, doch mit dem Tod an jeder Ecke kann man den Dienst an ihm nur willig ableisten, dem Wahnsinn anheimfallen, oder eben selbst sterben. Wenig schmuckvolle Worte ja, aber was soll ich sagen, dem Anblick des bereits von eifrigen Fliegenmaden kolonisierten, nach dem Absturz und vermutlich von dem ein oder anderen unachtsamen Wagenlenker überrollten, deformierten Schädel des bis vor wenige Stunden noch frohgemut des Weges hüpfen, reden, scherzen und furzenden Holzfäller Gesellen, dessen Gase nachdem wir ihn mit dem von einer seinem Zustand nicht mehr zu weit entfernten älteren Dame gelenkten Gefährt versehentlich angefahren haben nun unkontrolliert und zum allgemeinen Leidwesen entwichen, kann ich nichts als Bedauern und Ernüchterung abringen, und sehne mich danach voll in den ehrwürdigen Dienst des respektvollen Totengedenkens und -bestattens eintreten zu können, und zumindest zu versuchen der grausam nüchternen Natur Einhalt zu gebieten, die zurückgelassenen Hüllen von uns Vernunft-Begabten Wesen ebenso würde- und ehrerbietungslos verwesen, verwerten, verunstalten und verkommen zu lassen wie die geistloser Tiere und verzerrter Monstrositäten. Die Erinnerung ist was bleibt von den Dahingeschiedenen, und diese sollte nicht durch den Anblick und Odeur verwesenden Fleisches der Größe der Taten zu Lebzeiten Abbruch tun.

So sehr mir der Glaube, oder nennen wir es vorerst noch die lediglich Zurkenntnisnahme überschreiende Anerkennung und Respektierung des Menschen Gott des Todes noch neu ist, so Zwiegespalten auch mein Gemüt über den zweifellos von höherer Macht gelenkten Glücksgriffes der es mir erlaubte mit einem Schwung meines Seiles gleich drei bewegungsunfähige oder -eingeschränkte Gegner bei besagtem Scharmützel mit unbekannten Kriminellen in den Gassen zu Fesseln. Sie stellten sich - angeblich selbstverständlich an schwarzweiß gestreiften Gewändern, gesprengten Gelenkeisen und tropfenförmigen Tätowierungen im Gesicht zu erkennen - als entkommene Häftlinge heraus und der ausgesprochen sympathische und herzliche Henker war dafür deraus dankbar mir eine einhändige Henkersaxt zu überlassen, eine elegante und doch zweckdienliche Handwaffe die mir zweifelsfrei noch gute Dienste leisten wird, ebenso wie hoffentlich die neu gewonnene Bekanntschaft mit dem früheren Besitzer. Der eigentliche Anlass nun meines emotionalen Dystonie: Darf es mich freuen und mit Dank an die Götter erfüllen dreien eigentlich böswilligen, zugrunde jedoch zum Lichte strebenden - über Umwege ließe sich streiten - menschlichen Seelen, mit dem Fesseln das Leben, wenn auch in Gefangenschaft, gerettet zu haben, somit unnötiges Töten vermieden zu haben, und doch damit meinem angestrebten Leitgott zuwidergehandelt zu haben muss mich die Tat verunsichern, denn wäre es mir nicht gelungen wären die drei schon jetzt seinem Reich zugesprochen. Bis dieser Kontrovers geklärt ist nehme ich vorerst Vorlieb mit der These mein Glück ward von der im Menschenpantheon Tochter Morrs, Shallia, Göttin der Heilung und der Barmherzigkeit geleitet, die ihren Gevatter besser über den Verzug dieser dreier Menschen Ableben vertrösten kann als ich es jeh' könnte. Und die Masse der Gaben und neu zu sich Berufener in Middenheim dieser Tage muss dem Gott wahrlich gefallen, gab er uns immerhin seinen Beistand im sicheren, wenn auch von Verletzten und Verbrannten gesäumten Abtransport der Toten, in, selbstredend, einer spektakulären Karren Verfolgungsjagd mit einem neuerlichen Mob - hierbei frage ich mich ob es sich um selbigen wie Stunden zuvor mit einer Kutschen Verfolgungsjagd abgehängten handelte, und ob es sich tatsächlich noch um selbiges brennendes Schwein handeln kann, diese "Fackerl im Sturm" Tradition ist wahrlich obszön - bis in das überrumpelte doch rechtzeitig nach unserem herein schlittern verbarrikadierten Medizinergildenhauses.

Und hier sitze ich noch, im letzten Tageslicht am Erkerfenster mit zittrigen Fingern kritzelnd - sie werden bald schon wieder den Griff mit weniger Feingefühl um den neuen Axtschaft legen müssen, denn aus dem Fenster erblicke ich auf der Straße zahllose Lichter auf der Straße vom Medizinerkongress im Osten, zum Morrsgarten im Westen, klein wie Glühwürmer unter den aufragenden Türmen des Ulricstempels direkt vor meinem Fenster.