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Samstag, 21. Juni 2025

Das Purpurne Meer

Konrad

Schweißgebadet kam ich wieder zu mir, von Niklos und unserer Beute war keine Spur.

Die Nussschale eines alten Bootes lag gnädigerweise noch nahe an einem Steg, ob noch in Altdorf oder schon weiter abgetrieben, wussten nur die Götter. Über mir erkannte ich in dem eiskalten Nebel die Umrisse von Menschen auf einem Dock. Ich rief entkräftet nach Hilfe, wurde jedoch nur ignoriert. Irgendwie schaffte ich es unter Aufwendung meiner letzten Kräfte noch, mich an den Steg zu hiefen. Meine Gedanken drehten sich, wo konnte ich nur hin, wer könnte mir helfen?

"Wo bin ich hier überhaupt gelandet?" fragte ich mich. Ich sah mich auf allen Vieren um, erkannte an Geruch und Gehabe der Leute eindeutig den Untersteg. Durch die engen Gassen machte ich schlurfend mich auf den Weg Richtung Kellertheater. Meine trägen Schritte endeten jäh in einer Gasse. Halb war ich auf wackeligen Beinen schon über einen Holzzaun, da gab dieser endgültig nach und fand mich im Dreck auf der anderen Seite wieder.

Donnerstag, 25. Januar 2024

Die alten Adern des Imperiums - Wracken Finale

Der Schlickhügel wird von Barbaren erklommen und Dunstblasen werden als Eingang genutzt

Von außen waren nun nur noch die Nachwehen des großen Ansturmes der Barbaren auf den Schlickhügel zu sehen. Wie ein vom Himmel gestürzter dritter Mond lag er nun direkt vor ihnen, aus den Wunden, die das Eindringen der Barbaren hinterlassen hatte, blutete er noch heißen Dampf und Schwefel. So furchteinflößend seine Erscheinung aus der nähe auch war, so monumental dieses Mahnmal des Chaos sich über ihnen auftürmte, so war es doch das unbekannte Grauen in seinem Inneren, das Hantschs Mut den Rest gab. Nur, dass Jorge Nacht – Dank sei dem Schlund der ihrer Gruppe diesen Bären von einem Mann zur Seite gestellt hatte – unbeirrt die Erklimmung ihres Ziels in Angriff nahm, war es, das Hantsch noch die geistige Kraft gab, sich dieser finalen Etappe des Alptraums in den sie hier geraten waren zu stellen.

Freitag, 26. Mai 2023

Hinein ins Gekröse des Monstrums - Wracken 1

In Wracken verloren, ein jeder für sich selbst. Auch Sabryna wandert alleine.

- Jorge -

Die Welt schläft in klirrender Kälte und an den kargen Ufern des Talabecs regt sich kaum Leben. Jorge Nacht wickelt seinen Mantel fest um sich und starrt hinaus über das dunkle Wasser. Unweit seines schweifenden Blickes wacht Sabryna, stets aufmerksam, ihr Gesicht streng, erwartungsvoll. Sie scheint ein Ziel vor Augen zu haben, etwas kommen zu sehen; doch von Zeit zu Zeit richtet sich ihr Blick nach innen. Sind ihre Gedanken noch in Altdorf?

Abends versinkt Jorge in sein stilles Gebet, doch immer wieder wandern seine Augen zum Ufer, sehnsuchtsvoll. Wann wird das Schiff endlich wieder anlegen? Jorge hat keine Nacht ruhigen Schlafes genossen seit den abscheulichen Vorkommnissen mit der Schnutenschlange...

Montag, 20. Februar 2023

Feierliche Schnitzeljagd und Umtrunk im Kellertheater

 

Nach ihren abgeschlossenen Abenteuern im Auftrag Botschafter Oldenhallers, der Aufklärung der Mordfälle durch die Bestie Altdorfs und die Infiltration der Reikerbahner Adelskonferenz, trafen sich die Abenteurer, teils erstmalig, fast alle gemeinsam im Kellertheater. Was als angeheiterter Festtag und vorsichtiges Kennenlernen mit Horoskopen, Wettbewerben und Geldwetten begann und über waghalsige und investigative Artefaktjagd, quer über die vielen versteckten Hinweise im Kellertheater eskalierte, kulminierte schließlich in einer halb bewusstlos gesoffenen, kostümierten und mit den Grabbeigaben eines antiken Gladiator ausgerüsteten, improvisierten Hochzeit. Was vor dem Gesetz und der Priesterschaft vielleicht keine Wertigkeit hat, bleibt doch stets einer der schönsten Tage im Leben der Abenteurer, Detektive, Söldner und Ganoven, wenngleich auch jedem andere Details in Erinnerung blieben...

Donnerstag, 22. Dezember 2022

Oldenhaller Vertrag - Corsa veloce - Fuga dai topi

Oldenhaller Oldenhaller
Der Botschafter Oldenhaller

"... Daher muss ich euch bitten, absolute Verschwiegenheit über alles zu garantieren, was wir hier bereden werden." - Botschafter Oldenhaller

Kleine Dampfwölkchen welche der schnell gehende Atem von Konrad hervorrief, vergingen in der Schwärze der Zuflucht, so nannte man den abgetrennten Bereich des Handelsviertels in dem sich die weniger gesetzestreuen Bürger gerne tummelten. Elvino war noch bei den Valantinas zurückgeblieben, der Schmerz über den Verlust ihres Anführers Emilio gepaart mit dem Exodus welchen das Volk gerade durchmachte hatten ihn zum Verweilen bewogen. Vielleicht war es auch die hübsche trauernde Tochter gewesen?

Außerdem war die Aufgabe einer ungesehenen Verfolgung doch wie gemacht für einen Einzeltäter wie Konny, so sein derzeitiger Alias, ein cholerischer Tileaner würde da nur stören. Nicki oder Niklos müsste gleich aufschließen, er verharrte kurz, zupfte seine Kleidung zurecht und folgte dann weiter der Blutspur, welche die Mörder Emilios hinterlassen hatten. Es blieb keine Zeit, um auf Niklos zu warten. Der müsste selbst aufschließen, die Zuflucht oder mehr die Kanalisation darunter war so weitläufig, Konrad würde den vermeintlichen Meuchler niemals einholen, wenn er sich nicht eilte. Schnellen und doch erstaunlich leisen Schrittes kam er an eine Weggabelung.

Konrad, der Dieb, in den tiefen Gängen der Zuflucht

Freitag, 5. August 2022

Nuovo distretto, vecchi problemi

Die Dächer Altdorfs laden immer wieder zu nächtlichen Verfolgungsjagden ein.

Mit wackeligen Beinen verließ er die aufgelegte Planke, die die Fähre mit dem Quai verband welcher am nördlichen Ufer des Talabecs angelegt war. Auf den ersten Blick erkannte Elvino, oder wie er sich nunmehr zu Tarnzwecken nannte “Silvano Materrazzi”, dass dieses Viertel weitaus wohlhabender, sicherer und merkantiler war als der dreckige Untersteg.

Tiefe Atemzüge nahm der Jüngling mit dem zerschlissenen Gesicht und ebenso abgenutzt wirkender Kleidung. Es war das Beste, das Christian entbehren konnte, der Tileaner hoffte nur, dass es nicht von Micki getragen worden war, der hatte so eine unangenehm süßliche Art. Ein typischer Fenchel wie man solche Personen im Süden nannte. Der einzige Trost für Vino war, dass Konrad vulgo Kevin Stümper neben ihm und dessen neu gewonnener Freund Nicklos der sich aber zur Tarnung Nick der Waise nannte.

Besonders kreativ waren diese imperialen Halbganoven nicht mit ihren Tarnidentitäten, aber dazu braucht man wohl die Fähigkeit Leute nachzuahmen, man möchte meinen eine ander Persönlichkeit zu mimen, die diesen beiden fehlte.